Nicht nur die akuten Beschwerden gilt es also mit Hilfe der Osteopathie zu behandeln, sondern der Ursache auf den Grund zu gehen. Symptome entwickeln sich dann, wenn der Organismus nicht mehr in der Lage ist, die Gesamtheit der vieler einzelner Störungen zu beheben. Am schwächsten Glied der Kette kommt es dann zum Symptom, zur Krankheit, oder zum akuten Schmerz.
Dabei geht der Organismus ganz hierarchisch vor, das heißt, lebenswichtige Bereiche und innere Organe müssen mit höchster Priorität geschützt werden. Dazu gehören Atmung, Herz und Kreislauf, Fortpflanzung, Verdauung und Ausscheidung. Dabei versteht sich der Osteopath nicht als Notfallmediziner, er kann die schulmedizinische Behandlung nicht grundsätzlich ersetzen. Viele Haltungsveränderungen oder Schmerzen sind im wahrsten Sinne des Wortes nur "vorgeschoben", um lebenswichtige Bereiche zu schützen.
Dazu gehören zum Beispiel Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen. Sie können osteopathisch ebenso behandelt werden wie Schiefhals, Hexenschuss und Sportunfälle oder chronische Gelenkerkrankungen. Aber auch bei Hörsturz und daraus folgenden Ohrgeräuschen(Tinnitus), Verdauungsstörungen, Blasenschwäche Heuschnupfen oder Asthma, Kreislaufschwierigkeiten und Menstruationsschmerz, Nervosität, Schlaf- und Konzentrationsstörungen bei Erwachsenen und Kindern helfen die gekonnten manuellen Techniken oftmals. Leidet der Patient an immer wiederkehrenden Nasennebenhöhlen- und Stirnhöhlenvereiterungen , prüft der Osteopath , ob die betroffenen Bereiche ausreichend gut belüftet werden, oder ob die Abflußwege sowohl der Venen und der Arterien, aber auch der Lymphe behindert sind. Er untersucht außerdem die Halswirbelsäule, den Brustkorb und das Zwerchfell, die alle mit den Beschwerden zu tun haben können. Sogar Blähungen im Dickdarm können zu Problemen im Bereich der Atemwege führen. Diese gilt es dann zu beheben.
In der Kinderheilkunde spielt die Osteopathie eine immer wichtiger werdende Rolle, vor allem bei Geburtstraumen. Dadurch können Spätfolgen wie Schreikinder, Essstörungen oder Asymmetrien verhindert werden. Aber auch Konzentrationsschwächen und Lernschwierigkeiten können von Osteopathen unter anderem mit dem Cranio-Sacralen Konzept gut behandelt werden..
Wo liegen die Grenzen der Osteopathie
Daraus ergibt sich auch, dass die Osteopathie kein Allheilmittel ist und sein kann; ist zum Beispiel eine Struktur irreversibel zerstört, wie zum Beispiel bei einer sehr fortgeschrittenen, alten Arthrose, kann der Osteopath dies nicht ändern.
Wobei sich die Beschwerden oft durch Behandlung lindern lassen, indem man den Körper hilft, wieder besser kompensieren zu können.
Ist man sich unsicher, sollte man in einem Gespräch individuell klären, in wieweit eine osteopathische Behandlung für einen persönlich sinnvoll ist.
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